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Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Henry Morton Stanley Afrikaforscher, genannt "Knochenbrecher" Heinrich Barth Der vergessene Afrika-Forscher Das Kalenderblatt 25.1.1759 Burns Supper in Schottland Von Justina Schreiber Henry Morton Stanley - Afrikaforscher, genannt "Knochenbrecher" Autorin: Ulrike Beck / Regie: Anja Scheifinger Der britisch-amerikanische Journalist, Schriftsteller und Afrikaforscher Sir Henry Morton Stanley ist bis heute bekannt als der Mann, der Livingstone fand. Und als brutaler Wegbereiter der Kolonialisierung des heutigen Kongo. Dass er mal eine Berühmtheit werden würde, verdankt er seinem Ehrgeiz und seiner Sehnsucht nach Anerkennung. 1841 als John Rowlands in Wales geboren, verbringt er seine Kindheit im Armenhaus. Mit nur 17 Jahren schlägt er sich nach Amerika durch, nennt sich fortan Henry Stanley und beginnt als Journalist zu arbeiten. Nach Berichten über den Amerikanischen Bürgerkrieg folgt 1869 der Job seines Lebens: er soll den schottischen Forscher und Missionar David Livingston suchen, der in Afrika verschollen ist. Nachdem er ihn am 10.November 1871 aufgespürt hat, beginnt Stanleys unfassbare Karriere. 1877 ist er es, der nach einer dreijährigen Expedition die Quelle des Nils entdeckt und damit endgültig von den Mächtigen seiner Zeit hofiert wird. Ab 1878 steht Stanley auf der Gehaltsliste des belgischen Königs Leopold II., um den Kongo als Kolonie in dessen Privatbesitz übergehen zu lassen. Fünf Jahre lang geht Stanley als offizieller Vertreter Leopolds so gnadenlos gegen die Menschen im Land vor, dass sie ihn "Bula Matari" nennen, den Knochenbrecher. Heinrich Barth - der vergessene Afrika-Forscher Autor: Linus Lüring / Regie: Dorit Kreissl Als sich die Karawane um Heinrich Barth im Frühjahr 1850 in Tripolis in Bewegung setzt, kann niemand ahnen, dass hier eine der denkwürdigsten Afrika-Expeditionen beginnt. Das Ziel: die Erkundung der bis dahin in Europa weitgehend unbekannten Sahara. Wie gefährlich das Vorhaben ist, merkt der deutsche Forscher schon nach wenigen Wochen. Er möchte allein das sagenumwobene Idinen-Gebirge erkunden. Bei sengender Hitze verirrt er sich in der vegetationslosen Region. Als ihm die Wasservorräte ausgehen, trinkt er sein eigenes Blut. Kurz vor dem Tod wird Barth von einem Tuareg gerettet. Diese einschneidende Erfahrung ist der Schlüssel für Barths erfolgreiche Expedition. Er setzt seinen Weg nun äußerst umsichtig und mit großem Respekt vor den Einheimischen fort. Barth lernt in den kommenden fünf Jahren viele lokale Sprachen und passt sich der Lebensweise der Menschen an. Auch wenn er trotzdem mehrfach in Gefangenschaft gerät, sammelt er bahnbrechende Erkenntnisse zu Kultur und Geschichte eines Gebiets, das etwa so groß wie Europa ist. Barth ist dabei seiner Zeit voraus. Er spricht sich unter anderem deutlich gegen den beginnenden Kolonialismus aus. Deshalb ist er in Nordafrika hoch angesehen, in Europa dagegen findet seine lebensgefährliche Expedition damals kaum Beachtung und gerät jahrzehntelang in Vergessenheit. Heute gilt Heinrich Barth als einer der bedeutendsten Afrika-Forscher überhaupt. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Schutzschild und Abwehr

Das menschliche Immunsystem (1). Gestaltung: Sabine Nikolay Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch ständig Gefahren von außen ausgesetzt. So manche Gefahren für Leib und Leben kann man abschätzen und vermeiden: Im Straßenverkehr ebenso wie im Alltag. Was wir allerdings nicht sehen: Krankheitserreger, die mikroskopisch klein in der Atmosphäre schweben und unseren Organismus in Gestalt von Viren, Bakterien und Pilzen bedrohen, aber auch in Form von Plasmodien und Parasiten. Sie können in den menschlichen Körper eindringen und so unserer Gesundheit den Kampf ansagen. Bereits der deutsche Mediziner Robert Koch prägte das Bild der Erreger als "feindliche Eindringlinge", die es zu bekämpfen galt. So wurden die Bestandteile des Blutes aus medizinischer Sicht nicht mehr nur nach ihrer Farbe oder Form klassifiziert, sondern anhand ihrer Rolle im Kampf gegen Krankheitserreger: Weiße Blutkörperchen wurden in Fress-, Helfer- und Killerzellen unterteilt - sie galten als "Truppen" unseres "Abwehrsystems". Gegen solche Angriffe von außen schützt das Immunsystem. Es besteht aus der angeborenen Immunantwort, einem in der Frühzeit des Menschen entwickelten Schutzschild, der so effektiv ist, dass er über Jahrtausende weitgehend unverändert geblieben ist, und der adaptiven Immunabwehr, einem hoch flexiblen, sich ständig verändernden und weiterentwickelnden Schutzsystem das sehr effektiv ist. Der Aufbau unseres Immunsystems ist sehr komplex und besteht aus zahlreichen Bestandteilen. Zu den Organen des Immunsystems zählen neben dem Blut das sogenannte lymphatische System mit den lymphatischen Organen. Außerdem bieten Haut und Schleimhäute einen wichtigen Schutz gegen Stoffe und Eindringlinge von außen. Wie kann man das Immunsystem stärken, wie funktionieren Impfungen und die Immunisierung nach überstandener Krankheit, und warum dauert es so lange, bis das menschliche Immunsystem auf neue Bedrohungen wie zum Beispiel das Corona Virus effizient reagiert?

Montag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg-Bücherbox zum Thema "Lesen" (1). Gestaltung: Julia Reuter Die "Bücherbox" ist ein neues Langzeit-Format des Radiokollegs, das sich mit bekannten literarischen Werken befasst - von Klassikern bis zeitgenössischen Romanen. Jede Folge ist einem bestimmten Buch gewidmet und gibt Einblick in die Handlung, die Entstehungs- sowie die Rezeptionsgeschichte. Dabei soll auch hinterfragt werden, ob und warum das jeweilige Buch als Weltliteratur gilt - ein Begriff, den Johann Wolfgang von Goethe geprägt hat. Die "Bücherbox" richtet sich sowohl an ein jüngeres Publikum als auch an all jene, die nicht in Literaturwissenschaften bewandert sind. Es geht darum, Berührungsängste abzubauen und (dem Titel entsprechend) Lust auf Literatur zu machen. *Staffel 1: "Über das Lesen"* Markus Zusak: "Die Bücherdiebin" (2006) [Australien] Umberto Eco: "Der Name der Rose" (1980) [Italien] Ray Bradbury: "Fahrenheit 451" (1953) [USA] Dai Sijie: "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" (2000) [Frankreich/China] In der ersten Staffel der "Bücherbox" stehen vier Romane im Mittelpunkt, in denen das Lesen von Büchern von zentraler Bedeutung ist. " ... ein Buch im Haus nebenan ist wie ein geladenes Gewehr. Vernichte es. Entlade die Waffe. Breche den menschlichen Geist", heißt es in Ray Bradburys Roman "Fahrenheit 451". Lesen ist in Bradburys Dystopie verboten, Bücher werden von Feuerwehrmännern aufgespürt und verbrannt, manchmal kommen dabei auch die Buchbesitzer ums Leben. Im Roman "Der Name der Rose" von Umberto Eco, dessen vorwiegender Schauplatz ein mittelalterliches Kloster zur Zeit der Inquisition ist, kann Lesen mitunter tödlich enden, nämlich das Lesen eines ganz bestimmten Buches, dessen Seiten vergiftet wurden, damit sein Inhalt nicht verbreitet wird. Verbotene Bücher spielen auch in Dai Sijies Roman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" eine nicht unwesentliche Rolle. Es geht um zwei Jugendliche, die in einem chinesischen Bergdorf von Bauern umerzogen werden sollen und auf einen Koffer voll mit westlichen Büchern stoßen, die sie fasziniert zu lesen beginnen. Markus Zusak hat sich in seinem Roman "Die Bücherdiebin" ebenfalls mit der Faszination des Lesen sowie der Macht der Worte auseinandergesetzt. Aus der Sicht des Todes wird die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, das während des Zweiten Weltkrieges zu Pflegeeltern kommt, dort Lesen lernt, Bücherverbrennungen miterlebt und vom lodernden Haufen Bücher stiehlt.

Montag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (1). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser Im Januar 2017 hat das "Radiokolleg" das gestartet. Von Ambros bis Qualtinger, von Danzer bis Wanda wird das Leben und Werk einzelner Künstler, Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt. *The Base - Solider Rock aus Graz* Alles begann an einem Grazer Gymnasium, wo Norbert Wally (Gitarre, Gesang), Karlheinz Miklin jr. (Drums) und Heinz Nussbaumer (Bass) eine Schulband gründeten, aus der 1989 "The Base" als Folgeprojekt entstand. 2002 stieg Albrecht Klinger als Bassist ein, Nussbaumer verließ die Band. Von Anfang wollte The Base eine Indie-Rockband sein: mit tiefgründigen Texten in Englischer Sprache, ausdrucksstarken, jazzigen Drums und einem weiten Feld an Klängen und Stimmungen. Nach Jahren des intensiven Spielens erlangte sie mit "Jet Crash Kills" 1996 österreichweit Bekanntheit. 1999 erschien das erste Album "Ducks and Diners". Seither kommt etwa jedes zweite Jahr ein neues Album heraus, zuletzt 2017 "Disco Bazaar" und 2019 "Tribal Instincts". Dank zahlreicher Arbeiten für Theater- und Filmproduktionen ist "The Base" auch außerhalb der Indie-Szene bekannt. Man arbeitete z.B. bereits mit den Filmregisseur/innen Michael Ostrowski, Michael Glawogger und Barbara Albert und dem Theaterregisseur Hubsi Kramar für Produktionen zusammen, und ebenso für das Wiener Burgtheater. Gestaltung: Sabine Nikolay

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Thomas Koch Feature: Profi-Fußball im leeren Stadion; Redezeit mit Jürgen Stryjak, ARD-Korrespondent, über Ägypten zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Maria Leopoldine Die unkonventionelle Kurfürstin Bayern und Napoleon Der große Schritt nach vorne Das Kalenderblatt 25.1.1759 Burns Supper in Schottland Von Justina Schreiber Maria Leopoldine - die unkonventionelle Kurfürstin Autorin: Carola Zinner / Regie: Eva Demmelhuber Sie wurde als 18jährige mit einem 71jährigen verheiratet: Bayerns greiser Kurfürst Karl Theodor erhoffte sich, dass der 1795 geschlossenen Ehe mit der jungen Habsburgerprinzessin Maria Leopoldine doch noch der lang ersehnte Thronfolger entspringen würde. Doch die junge Ehefrau zeigte sich widerspenstig, die Nachkommen blieben aus. So kam nach dem Tod Karl Theodors die Wittelsbacher Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken zum Zug, für die sich Maria Leopoldine bereits seit ihrer Eheschließung engagiert hatte. Die neue Kurfürsten- und spätere Königsfamilie hat ihr das lebenslang gedankt. Dabei wurde die Toleranz von Max Joseph I. und seiner Familie immer wieder durch das ungewöhnliche Verhalten der verwitweten Kurfürstin hart auf die Probe gestellt. Das "Enfant Terrible" des bayerischen Königshauses sprengte alle Normen, die zu jener Zeit für Frauen und insbesondere für weibliche Angehörige des Hochadels galten. Sie führte offen ein ausschweifendes Liebesleben, erwarb mit grandiosem Geschäftssinn ein Vermögen, das sie zur reichsten Frau des Landes machte und war eine geschätzte politische Beraterin, deren Stimme großes Gewicht besaß. Kurzum: Maria Leopoldine war die wohl unabhängigste und emanzipierteste Frau Bayerns im 19. Jahrhunderts Bayern und Napoleon - der große Schritt nach vorne Autor: Michael Zametzer / Regie: Axel Wostry Die Lage ist brenzlig, und der Kurfürst alles andere als krisenfest: 1805 - Napoleon ist auf dem Höhepunkt seiner Macht - wird klar, dass Bayern nicht neutral bleiben kann. Von französischen wie österreichischen Truppen gleichermaßen bedrängt, muss eine Entscheidung getroffen werden. Und so wird die Zukunft Bayerns in einer Villa in Bogenhausen bei München entschieden. Unter dramatischen Umständen kommt dort ein Geheimvertrag zustande: Das Kurfürstentum schlägt sich auf die Seite Napoleons und wird Königreich - Franken und Schwaben inklusive. Den Preis für diesen Coup müssen sieben Jahre später die bayerischen Soldaten zahlen, die unter französischer Flagge in Russland kämpfen. Und trotzdem legt das Bündnis mit Napoleon die Grundlage für das Moderne Bayern. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Gegen Datenklau und Cyberkriminalität Wie Bundesregierung die IT-Struktur gesetzlich sicherer machen will Von Anna Loll Hackerangriffe legen den Bundestag lahm, Universitäten und Krankenhäuser - zum Teil mit Todesfolge. Kritiker sehen die IT-Sicherheitsstruktur der Bundesrepublik auf wackligen Füssen und zwar systematisch wie symptomatisch: Interessenkonflikte schwächen Behörden und Ministerien, Sicherheitslücken werden gehackt statt geschlossen, private Unternehmen üben Druck auf die Politik aus. Mit dem "IT-Sicherheitsgesetz 2.0" will die Bundesregierung Herr der Lage werden. Ob dies gelingt, ist fraglich. Es fehlen tragfähige Krisenreaktionspläne. Meldestrukturen von IT-Schwachstellen sind zum Teil abhängig von Wirtschaftsinteressen und Fachkräfte fehlen. Kritiker werfen der Regierung außerdem vor, massive Grundrechtseingriffe zu planen. Eine besondere Rolle spielt hier das Bundesinnenministerium mit seinem Bemühen, die Verfolgung von Straftaten im Internet zu erleichtern - und sei es zulasten der demokratischen Kontrolle.

Montag 20:35 Uhr NDR Info

NDR Info Hintergrund

Die Mutter des Tahrir - Eine Ägypterin kämpft für die Freiheit ihres Sohnes Feature von Anne Allmeling, ARD- Studio Kairo Zehn Jahre nach dem so genannten Arabischen Frühling in Ägypten sitzen viele Aktivist*innen, Journalist*innen und Menschenrechtler*innen in Haft - oft unter schwierigsten Bedingungen. Auch Ziyad Al-Eleimi. Der 41-jährige Anwalt gehört zu den Gründungsmitgliedern der Sozialdemokratischen Partei in Ägypten und ist den Mächtigen im Land ein Dorn im Auge. Vor eineinhalb Jahren wurde er festgenommen; seitdem ist er im berüchtigten Tora-Gefängnis in Kairo inhaftiert. Seine Mutter Ekram Youssef will sich damit nicht abfinden. Sie kämpft jeden Tag für die Freiheit ihres Sohnes. Die ARD-Korrespondentin Anne Allmeling erzählt ihre Geschichte.

Montag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Schutzschild und Abwehr. Das menschliche Immunsystem (1). Gestaltung: Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücher-Box zum Thema "Lesen" (1). Gestaltung; Julia Reuter The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (2). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser

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