Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar Mussolini reloaded Wie die Rechten Italien erobern Von Jörg Seisselberg 100 Jahre nach dem Beginn des Faschismus sind die Rechten im Italien wieder auf dem Vormarsch. Die "Brüder Italiens", politisch noch rechts von Matteo Salvinis Lega, freuen sich über Spitzenwerte in den Umfragen. Im Symbol der Partei lodert die grün-weiß-rote Flamme, die in der Tradition der italienischen Rechten die Flamme auf dem Grab Benito Mussolinis symbolisiert. Ihre Führerin Giorgia Meloni drückt sich vor einer klaren Verurteilung des Faschismus. Dem Erfolg bei den Wählern tut dies keinen Abbruch. Italiens Rechte stützt sich in ihrem Erfolg auch auf eine immer noch verbreitete Tendenz in der Bevölkerung, die Zeit des Faschismus schön zu reden ("Unter Mussolini war nicht alles schlecht"). Ist die Zukunft Italiens rechts?

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Der ewige Faschist - Eine Spurensuche Von Claas Christophersen und Norbert Zeeb Sprecher*innen: Claas Christophersen, Christian Redl, Wanda Perdelwitz, Steffen Siegmund, Beate Rysopp Technische Realisation: Frank Albiker, Sebastian Ohm Regie: Alexander Schuhmacher Claas Christophersen, 43, entdeckt auf Fotos eine fatale Ähnlichkeit zwischen seinem Großvater KarlHeinz Christophersen und dem HolocaustLeugner und AltNazi Thies Christophersen. Die beiden könnten Brüder sein. Aber schon Claas" Vater bekam immer zu hören, es gebe da zwei "ChristophersenLinien". Mit derjenigen, aus der Thies stammt, hätten "sie" nichts zu tun. Wirklich? Öffentlich bekannt wurde Thies, als er 1972 vor den Toren der "documenta" eine Fuhre Mist ablud. Später prägte er den Begriff der "AuschwitzLüge". Ein selbst ernannter Reichsbürger in der Familie? Was, wenn er doch ein Verwandter ist?

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Phantastische Geschichten Phantastische Geschichten | Folge 1 Die schönste Geschichte der Welt Nach der gleichnamigen Erzählung von Joseph Rudyard Kipling Hörspielbearbeitung: Günter Eich Mit Hans Paetsch, Jürgen Goslar, Hermann Stelter NDR 1956 Charlie Mears ist ein unscheinbarer junger Bankangestellter. Aber er fühlt sich zum Dichter berufen, auch wenn er nur "Herz" auf "Schmerz" reimt und "Liebe" auf "Triebe". Doch eines Tages berichtet er Rudyard Kipling von seiner Idee zur "schönsten Geschichte der Welt" - und sobald Charlie zu erzählen beginnt, ist Kipling fasziniert. Charlie schildert das Leben eines griechischen Galeerensklaven in den lebhaftesten und verblüffendsten Details. Phantastische Geschichten | Folge 7 Don Lukas und das Unverkäufliche Nach der gleichnamigen Erzählung von Juan Antonio Zunzunegui Bearbeitung: Günter Eich Regie: Klaus Stieringer Mit Heinz Klingenberg, Wolfgang Golisch, Hanns Lothar, Reinhard Brox, Rolf Boysen, Jürgen Goslar, Hermann Stelter, Eleonore Schroth, Evy Gotthardt, Heilwig Bergmann, Eva-Maria Bodenstedt, Alwy Becker NDR 1956 Die Geschichte eines steinreichen Mannes, der vor Sorge, wie er seine Millionen schützen, anlegen oder womit er sie ausgeben soll, krank wird. Bis er, ein passionierter Jäger, eines Tages eine Art "Zaubergewehr" erwirbt. Es setzt sogar die Wachteln in Angst und Schrecken, und sie schicken eine aus zwei Vögeln bestehende Abordnung und verpflichten sich allsonntäglich freiwillig zwei Wachtelkameraden in die Pfanne zu liefern, falls der reiche Mann auf das Jagen verzichtet. Mehr Information unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Mittwoch 21:00 Uhr Bremen Zwei

Wischmeyers Stundenhotel: "Wo ist zu Hause Mama"

Warum ist Heimat mehr als der Geburtstort und die Muttersprache? Ist Dietmar eher Deutscher, Europäer oder vor allem Niedersachse? Und warum wird im Museumsdorf in Cloppenburg mittlerweile neben alten Bauernhäusern und antiken Dreschflegeln auch eine Dorfdisko aus den 1970ern Jahren ausgestellt? Darum geht es in der neuen Folge von "Wischmeyers Stundenhotel".

Mittwoch 21:05 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Handspiel - Über Hände beim Musizieren Von Franziska Buhre Wie Musiker*innen ihren Instrumenten Töne entlocken, scheint uns so selbstverständlich, dass wir den ausführenden Extremitäten kaum Beachtung schenken - den Händen. Dabei können ein Lauf über die Klaviertasten, Griffe und erweiterte Techniken auf Saxofonklappen, ein Streichen über ein Trommelfell oder rhythmisches Klatschen überaus faszinieren. Wie empfinden Musiker*innen ihre "Handhabe" selbst, welcher Fürsorge bedürfen ihre Hände und erlernten sie ihren Beruf eigentlich als Handwerk? Die Sendung begibt sich anhand verschiedener Instrumentalist*innen auf Spurensuche.

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy schräge Lieder Kabarettpreis Salzburger Stier 2022 Das Schweizer Duo Fatima Moumouni und Laurin Buser Mitschnitt vom 21.5.2022 aus dem Stadttheater Lindau Fatima Moumouni und Laurin Buser haben den internationalen Kabarettpreis Salzburger Stier 2022 für die Schweiz erhalten. Das jüngste Bühnenprogramm des Duos heißt nicht nur "Gold" - es ist auch Gold wert, da ist sich die Jury mit dem Publikum einig. Wenn Fatima Moumouni und Laurin Buser die Bühne in Beschlag nehmen, steigt der Blutdruck: (Rap-)Texte voller sprachlicher Geistesgegenwart, Attacken auf Denk- und Sprechgewohnheiten, feine Selbstironie und lyrische Explosionen. Kein Wunder also, dass die beiden schon in jungen Jahren jede Menge Gold geholt haben: 2019 gewannen sie sowohl den Teamwettbewerb der Schweizer Meisterschaften im Poetry-Slam als auch die internationalen deutschsprachigen Meisterschaften. Den Salzburger Stier 2022 bekamen die beiden am 21. Mai im Stadttheater Lindau am Bodensee überreicht. In den "Querköpfen" hören sie heute Highlights aus ihrem Auftritt bei der rund dreistündigen Preisträger-Gala. Der internationale Kabarettpreis Salzburger Stier wird jährlich von den öffentlich-rechtlichen Radioanstalten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol vergeben und wurde in diesem Jahr bereits zum 41. Mal verliehen.

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Nach der Kohle

von Heidi Mühlenberg (Ursendung) Der Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 scheint noch immer beschlossene Sache zu sein. Es ist ein Regierungsschwerpunkt, der Umwelt zuliebe. Der Kohleabbau hat die sächsische Region über einen langen Zeitraum geprägt. Zum Beispiel auch das Leben der Menschen in dem Ort Kahnsdorf. Heidi Mühlenberg kam als Studentin im Sommer 1981 zum ersten Mal nach Kahnsdorf. Mit Schaufeln kratzte sie mit ihren Kommilitonen den Kies aus den Bahnschwellen. Nebenan rückte ein Trupp Strafgefangener die Schienenstücke für den Kohlenbagger weiter. Kahnsdorf klebte wie ein Schwalbennest an der Kante des Tagebaus Witznitz und wartete auf den Tod. Doch dann kam der Herbst 1989 und streikende Kahnsdorfer, die ihren Ort erhalten wollten, blockierten eine wichtige Straße. Über 30 Jahre später sind die Gruben zu einer Seenlandschaft geworden. Die Lagune Kahnsdorf ist eng und teuer bebaut. Die Blauwasser AG hat den See gekauft, vermarktet die Ufer, legt Reitwege an, sanierte das Rittergut. Aus dem "Drecknest" von einst ist, eine Oase geworden. Auf jeden der 400 Einheimischen kommt ein Neuzugezogener. Im Lausitzer Revier dagegen, sieht das anders aus. Städte wie Görlitz, Bautzen, Weißwasser stöhnen unter dem Exodus. Nirgendwo ist die Lage so dramatisch wie in Weißwasser. Hier blieben nur 15.600 von 35.000 Einwohnern. In der Lausitz kulminieren die Probleme des Kohleausstiegs mit Arbeitslosigkeit, der roten Spree und fehlendem Wasser. Hier steht man dem Kohleausstieg skeptisch gegenüber. Und viele Menschen fragen sich, welche sozialen Auswirkunge der Strukturwandel konkret für Sachsen haben wird. Wie sieht es mit den Zukunftschancen für eine junge Generation aus? Und über allen Gedanken hängt wie ein Damokles-Schwert die Frage: Werden die Energie- Ressourcen für unser Land in den nächsten Jahren ausreichen? Die Autorin Heidi Mühlenberg widmet sich vorrangig Umwelt- und Wissenschaftsthemen. In der Feature- Redaktion des MDR entstanden u.a. die Sendungen "Mülleimer Ostsee", "Fracking, der zweifelhafte Weg zum Erdgas", "Desertec- Europas Solarvision" und "Der verstummte Frühling". Produktion: MDR 2022 2022

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Die neunundvierzigste Ausschweifung Nach einem Text von Ror Wolf Bearbeitung und Regie: Antje Vowinckel Mit: Lars Rudolph, Martin Engler, Heinrich Giskes, Hubertus Gertzen, Horst Hildebrand, Laura Maire, Bertold Toetzke, Doris Wolters Komposition: Rolf Sudmann, Antje Vowinckel Ton: Johanna Fegert Produktion: SWR 2007 Länge: 55"16 Ein namenloser, rastloser Mann ist überall und zugleich im Nirgendwo unterwegs. Er schlüpft in so viele Rollen, dass seine Identität verwischen würde, spräche er nicht dieses sonderbare "R" ... Im Osten, im Norden, im Süden, im Westen; im Hellen, im Dunkeln, im Nebel, in Afrika, auf dem Schiff, im Zug, in der Tiefe und in der Ferne? Ein namenloser, rastloser Mann ist überall und zugleich im Nirgendwo unterwegs. Er schlüpft in so viele Rollen, dass seine Identität verwischen würde, spräche er nicht dieses sonderbare "R", ein "R", das so unzureichend ist, wie alles in seinem Leben. Kein richtiges "R", keine richtige Identität, keine richtige Reise, kein richtiger Beruf, eine Familie von Versagern, ein Haufen Freunde, die verschwinden, und Frauen, die nicht richtig wollen. Dazu noch Sümpfe, Unwetter, Krokodile, Schlangen. Die Natur ist groß in dieser Welt, die Menschen klein und nichtig. Ror Wolf schöpft die Fülle aus dem Nichts, die Poesie aus der Verweigerung. Ein Hörspiel in der Tradition des Schelmenromans. Ror Wolf (1932-2020), war Autor, bildender Künstler und Hörspielmacher. Er arbeitete zwei Jahre als Betonbauer in der DDR, bevor er in die Bundesrepublik übersiedelte und Literatur, Soziologie und Philosophie in Frankfurt am Main und Hamburg studierte. Seit 1957 veröffentlichte er Texte, Collagen, Lyrik, Hörspiele und Prosa. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter 1988 den Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nordamerika" (SWF/HR/NDR/WDR 1986), 2006 den Preis "Hörbuch des Jahres", 2015 den Günter-Eich-Preis, 2018 den Rainer-Malkowski-Preis. Bis zu seinem Tod im Februar 2020 lebte er in Mainz. Hörspiel nach einem Text von Ror Wolf Die neunundvierzigste Ausschweifung

Mittwoch 23:30 Uhr NDR kultur

Jazz - Round Midnight

Der Jazzfilm "Whiplash" (2014) - Musik und Kontroverse Round Midnight ist der Platz für Hintergrundgeschichten, ausführliche Portraits und Talks mit jungen Talenten und Jazz-Legenden. In der Sendung erzählen Autorinnen und Autoren die Geschichten bekannter Jazz-Titel, gehen der Beziehung von Jazz und klassischer Musik nach und nehmen mit auf spannende Reisen in die Grenzgebiete von Jazz, Tango, Salsa oder Flamenco, in Jazz-Epochen wie Swing, Bebop und Fusion oder in die Geschichte berühmter Labels wie Blue Note und in die Aktualität kultureller und politischer Themen wie Black Lives Matter. Jazz - Round Midnight

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